Die BayernLB der Zukunft

Die Europäische Kommission hat am 25. Juli 2012 ihr Verfahren gegen die BayernLB beendet und unter Auflagen die vom Freistaat Bayern zu Beginn der Finanzkrise gewährten Beihilfen genehmigt. Der Abschluss des EU-Verfahrens ist der zentrale Meilenstein auf dem Weg zur neuen BayernLB. Die BayernLB kann damit ihren bereits erfolgreich eingeschlagenen Kurs als leistungsfähiger Unternehmens- und Immobilienfinanzierer mit klarem regionalen Fokus auf Bayern und Deutschland sowie als zuverlässiger Partner der Sparkassen fortsetzen.

Auch wenn bereits große Teile der erforderlichen Restrukturierungsmaßnahmen im Zuge der im Jahr 2009 eingeleiteten Neuausrichtung durchgeführt und abgeschlossen wurden, so steht die BayernLB auch in den kommenden Jahren vor wesentlichen Herausforderungen. Neben dem Ziel, ihren EU-Verpflichtungen (u. a. Rückzahlung von rd. 5 Mrd. Euro Beihilfe) in vollem Umfang nachzukommen, ergeben sich diese vor allem aus dem weiterhin unsicheren makroökonomischen Rahmenbedingungen, insbesondere auch in Ungarn, sowie den anhaltenden Veränderungen des regulatorischen Umfelds.

Um die Herausforderungen erfolgreich zu bewältigen, vollzieht die Bank seit Ende 2008 – seit Ausbruch der Finanz(markt)krise und ihrer Rettung durch den Freistaat Bayern – einen tiefgreifenden Wandel, um ihr Geschäftsmodell wettbewerbs- und zukunftsfähig auszurichten. Bei dieser Neuausrichtung stellt die Bank ihre Kunden und die Finanzierung von deutschen Unternehmen in den Mittelpunkt ihrer geschäftlichen Aktivitäten. Das Zielbild einer deutlich verkleinerten, leistungsfähigen Bank, die sich auf klar definierte Zielkundensegmente, Zielregionen und Zielprodukte konzentriert, nimmt in der Realität immer stärkere Konturen an.

Kerngeschäft mit Deutschlandbezug

Im Zentrum des neu definierten Kerngeschäfts steht die Begleitung bayerischer und deutscher Privat-, Firmen- und Immobilienkunden, die Zusammenarbeit mit den Sparkassen gleichermaßen als Kunden und als strategische Vertriebspartner sowie die Betreuung der öffentlichen Hand. Integraler Bestandteil des Geschäftsmodells ist dabei auch die Deutsche Kreditbank AG.

Das internationale Geschäft der BayernLB konzentriert sich – wie bereits in den letzten Jahren forciert und durch die Verpflichtungen des EU-Entscheids nochmals untermauert – weiterhin auf die Begleitung deutscher Kunden ins Ausland sowie auf die Zusammenarbeit mit ausländischen Kunden mit Deutschlandbezug. Durch diese Fokussierung im Kundengeschäft wird zusammen mit dem parallel erfolgenden Abbau risikoreicherer Geschäftsaktivitäten ein ausgewogener Risikostrukturmix des künftigen Geschäftsmodells angestrebt.

Langjährige Kundenbeziehungen als Fundament

Bei der Implementierung ihres neuen Geschäftsmodells kann die BayernLB auf langjährigen, vertrauensvollen Kundenbeziehungen aufsetzen. Die Bank sucht hierbei den ständigen Dialog mit ihren Kunden und Geschäftspartnern, um deren individuelle Bedürfnisse und Herausforderungen zu verstehen und innovative, passgenaue Lösungen anzubieten. Hierbei kann die Bank auf eine ausgeprägte Branchenexpertise zurückgreifen. Neben zahlreichen eigenen Experten generiert die BayernLB durch etliche Kooperationen im wissenschaftlichen Bereich, u. a. mit der Münchner Ludwig-Maximilians-Universität und der Fraunhofer Instituts-Gruppe, aktuelles Branchen-Know-how. Die BayernLB ist dadurch in der Lage, im Konzern alle Kundengruppen – von Firmen- und Kommunalkunden über Sparkassen und Immobilienkunden bis hin zu Privatkunden – nutzenstiftend zu begleiten. Die Kunden der BayernLB profitieren daneben von den Stärken einer großen Universalbank.

Corporates & Mittelstand

Das bisherige Geschäftsfeld Corporates, Mittelstand & Privatkunden umfasst das Geschäft mit großen und mittelständischen Unternehmen sowie das Private Banking. Teil sind auch die Banktöchter Deutsche Kreditbank Aktiengesellschaft, Berlin (DKB) und Banque LBLux S. A., Luxemburg (LBLux), deren Geschäftsaktivitäten auch im Retail- und Private Banking liegen. Beginnend mit dem 1. Januar 2013 wurden die DKB und die LBLux aus diesem Segment herausgelöst. Damit wird die DKB zukünftig als eigenständiges Segment ausgewiesen.

Die BayernLB ist führende bayerische Mittelstandsbank und ein wichtiger Finanzpartner für große Unternehmen in Deutschland. Im gemeinsamen Geschäftsfeld Corporates & Mittelstand (neu seit 1. Januar 2013) sind die Beratungs- und Strukturierungskompetenz im Unternehmenskundengeschäft gebündelt und somit ein umfassendes Branchen- und Produkt-Know-how sichergestellt.

Corporates

Mit einem ganzheitlichen Beratungsansatz und großer Expertise im Bereich kundenindividueller Finanzprodukte betreut die BayernLB im Bereich Corporates deutsche sowie ausgewählte internationale Großunternehmen bedarfsorientiert mit einem Produkt- und Leistungsangebot im Corporate Banking, Structured Finance, mit innovativen Lösungen der Einheit Product Solutions sowie – in Unterstützung durch das Geschäftsfeld Markets – an Kapitalmarkt- und Treasury-Produkten.

Erfolgreiche und langjährige Geschäftsbeziehungen zu ihren Kunden zeichnen die BayernLB hierbei aus. Zu ihren Kunden im Bereich Corporates zählen in erster Linie DAX-, MDAX- und Familienunternehmen ab 1 Mrd. Euro Jahresumsatz, die vom deutschen Heimatmarkt aus agieren. Die Begleitung dieser Kunden und Geschäftspartner bei deren internationalen Aktivitäten ist weiterhin erklärte Strategie der BayernLB. Ebenso betreut die Bank internationale Unternehmen mit Deutschlandbezug.

Kernkompetenzen der Bank für Kunden im Bereich Corporates liegen neben der klassischen Kreditfinanzierung (u. a. Betriebsmittel-, Investitions- und Handelsfinanzierung) insbesondere in einem breit gefächerten Angebot auf den Gebieten Exportfinanzierung und Leasing sowie in der Projektfinanzierung mit Fokus auf die Sektoren Infrastruktur und Energie inkl. Erneuerbare Energien. Auch übernimmt die BayernLB gleichermaßen als eines der wesentlichen Syndizierungshäuser (Top 4) für ihre Kunden als Federführer die Syndizierung von Krediten und platziert in führenden Rollen Unternehmensanleihen und Schuldscheine in Zusammenarbeit mit dem Geschäftsfeld Markets.

Das Leistungsspektrum wird abgerundet durch professionelle Angebote hinsichtlich Financial Advisory, Corporate Finance, Treasury-Produkte sowie für den Zahlungsverkehr und die Geldanlage.

Mittelstand

Die BayernLB versteht sich als Kundenbank für den deutschen Mittelstand, vor allem – aber nicht ausschließlich – in der Wirtschaftsregion Bayern. Im Bereich Mittelstand hat die Bank die Betreuung ihrer Kunden aus dem Segment der mittelständischen bzw. familiengeführten Unternehmen gebündelt. Auch unterstützt die Bank mit ihren maßgeschneiderten Produkt- und Dienstleistungs­lösungen die bayerischen Sparkassen in Ergänzung zu deren eigenem Angebot für die mittelständische Wirtschaft.

Im Zentrum des Angebots der BayernLB als langfristiger Partner für den Mittelstand steht eine engagierte Beratung, ein umfassendes Portfolio an Finanzierungsinstrumenten sowie eine partnerschaftliche Zusammenarbeit.

Zentrales Ankerprodukt ist die klassische Kreditfinanzierung. Darüber hinaus schafft die Bank ihren mittelständischen Kunden Handlungsspielräume durch ein breites Beratungs- und Produktangebot, hierbei insbesondere durch Expertise in den Produktfeldern: Internationales Geschäft (z. B. Handels- und Exportfinanzierung, Dokumentäres Geschäft, Garantien/Avale, Projektfinanzierungen, Leasing, Transaktionsmanagement (Zahlungsverkehr und Cash Management), Geldanlage sowie Fördermittel, Finanzrisikomanagement (Abstimmung und Steuerung der Zins-, Devisen-, Energie- und Rohstoffrisiken)) und Kapitalmarktfinanzierungen.

Ergänzt wird das Angebot durch zukunftsweisende Beratungs- und Produktlösungen auf den Gebieten Financial Advisory und Corporate Finance, was auch die Bereitstellung von Eigenkapital bzw. eigenkapitalähnlichen Instrumenten über Tochtergesellschaften der Bank beinhaltet.

Neben der aktiven Begleitung der mittelständischen Exportwirtschaft genießt die BayernLB eine herausragende Marktstellung im Fördergeschäft. Sie ist Marktführer im Fördermittelbereich im Verbund mit den Sparkassen in Bayern.

Durch gezielte Initiativen wird der Bereich Mittelstand im Rahmen der Neuausrichtung der Bank zunehmend als strategische Säule des Geschäftsmodells der neuen BayernLB etabliert und ausgebaut.

Banque LBLux (LBLux)

Die – neben ihrer Depotbankfunktion – auf das internationale Private Banking & Wealth Management sowie das Corporate Banking für mittelständische Firmenkunden aus dem Benelux-Raum spezialisierte LBLux wird dem Nicht-Kernbereich der BayernLB zugeordnet und seit 1. Januar 2013 im neuen Segment Nicht-Kerngeschäft – Non-Core-Unit (NCU) ausgewiesen. Ihre Veräußerung – als Ergebnis der EU-Entscheidung vom Juli 2012 – wurde im Januar 2013 auf den Weg gebracht. Ziel ist es, einen soliden Investor zu finden, der 100 Prozent des Aktienkapitals an der LBLux erwirbt und das erfolgreiche Geschäftsmodell sowie ihre auf Langfristigkeit ausgelegten Kundenbeziehungen auch zukünftig fortsetzt.

Deutsche Kreditbank AG (DKB)

Die im Privatkundengeschäft als „Hausbank im Internet“ positionierte Tochtergesellschaft Deutsche Kreditbank AG (DKB) zählte 2012 noch zum Geschäftsfeld Corporates, Mittelstand und Privatkunden und wird seit 1. Januar 2013 als eigenständiges Segment ausgewiesen.

DKB

Die DKB konzentriert sich auf die drei Marktsegmente Privatkunden, Infrastruktur sowie Firmenkunden und trägt hiermit insbesondere in Bezug auf das Privatkundengeschäft zu einer Diversifizierung des Geschäftsmodells der BayernLB bei.

Das Angebot für Privatkunden richtet sich vor allem an internetaffine Kunden. Das Produktpaket DKB-Cash (Girokonto und Kreditkarte mit attraktiver Verzinsung) fungiert dabei als Ankerprodukt für die DKB als „Hausbank im Internet“. Darüber hinaus umfasst ihr Leistungsspektrum Angebote für Finanzierungen und die Geldanlage. Über 2,5 Mio. zufriedene DKB-Privatkunden belegen eindrucksvoll den Erfolg dieser Strategie.

Im Bereich Infrastruktur konzentriert sich die DKB auf ihre Zielbranchen Wohnen, Energie & Versorgung, Gesundheit & Pflege sowie Bildung & Forschung. Die Generierung von Einlagen wird durch spezielle Produkte und Dienstleistungen, wie z. B. das kommunale Investitionskonto oder die DKB Verwalterplattform, unterstützt. Auch bei Finanzierungen steht die DKB ihren Kunden mit langjährigem Branchen-Know-how zur Seite. Einer der Schwerpunkte liegt hier auf dem Thema Public Private Partnership (PPP).

Im Geschäft mit Firmenkunden setzt die DKB ebenfalls auf maßgeschneiderte Produkte für die jeweilige Zielbranche. Dazu zählt z. B. das DKB-Ernte-Erlös-Konto, das auf die spezifischen Bedürfnisse von Landwirtschaftsbetrieben ausgerichtet ist. Über ihr Kompetenzzentrum für erneuerbare Energien bietet die DKB ihren Kunden Finanzierungen von Projekten zur Energiegewinnung aus regenerativen Quellen sowie darüber hinausgehende Unterstützung bspw. bei der Wirtschaftlichkeitsbewertung.

Immobilien & Sparkassen/Verbund

Das Geschäftsfeld Immobilien & Sparkassen/Verbund setzt sich zusammen aus dem Geschäft mit gewerblichen und wohnwirtschaftlichen Immobilienkunden sowie dem Geschäft mit Sparkassen und der Öffentlichen Hand. Daneben ist u. a. das Förderinstitut BayernLabo diesem Geschäftsfeld zugeordnet.

Immobilien

Das Angebot innovativer, maßgeschneiderter Finanzierungslösungen sowie von Immobiliendienstleistungen zählt seit über 30 Jahren zu den Kernbereichen der BayernLB. Hierbei richtet sich das Angebot gleichermaßen an nationale Geschäftspartner und internationale Kunden mit Deutschlandbezug; der Schwerpunkt liegt auf der Betreuung von wohnwirtschaftlichen Bauträgern und Wohnungsunternehmen in Deutschland. Im Bereich gewerbliche Immobilien umfasst das Geschäft neben Portfoliofinanzierungen, wohnwirtschaftliche Bauträger-, Projektentwicklungs- und Bestandfinanzierungen, wobei die Bank zur Betreuung ihrer Bestandsfinanzierungskunden auch in ausgewählten europäischen und außereuropäischen Immobilienmärkten tätig ist.

Im Bereich Managementimmobilien überzeugt die Bank vor allem mit Finanzierungskonzepten für Hotel- und Logistikimmobilien sowie für Immobilien im Pflege- und Gesundheitsbereich. Zudem bietet der Bereich Unterstützung bei der Arrangierung von Konsortialfinanzierungen, u. a. auch zusammen mit den Sparkassen. Neben Finanzierungslösungen bietet die BayernLB über eine forcierte Zusammenarbeit mit ihren Tochtergesellschaften (Real I. S. AG, LBImmoWert, Bayernimmo und BayernFM) Mehrwert durch ergänzende Immobiliendienstleistungen, mit der Zielsetzung einer umfassenden Betreuung ihrer Kunden aus einer Hand.

Sparkassen/Verbund

Der Bereich Sparkassen/Verbund ist die zentrale Drehscheibe innerhalb der BayernLB für die Zusammenarbeit mit den Sparkassen, der öffentlichen Hand und den Kommunalkunden und koordiniert alle Aktivitäten der Bank in diesem Kundensegment. Dieses Geschäft ist eng mit der Geschichte der Bank verknüpft und gehört somit seit jeher und auch zukünftig zu ihren Schwerpunkten.

Sparkassen

Die enge Partnerschaft mit den Sparkassen zählt zu den wichtigen Eckpfeilern im Geschäftsmodell der BayernLB. Die Sparkassen sind für die Bank bedeutende Kunden und strategische Vertriebspartner zugleich sowie verlässliche Eigentümer mit künftig wieder höherer Beteiligungsquote.

Die Sparkassen profitieren von der Zusammenarbeit mit der BayernLB durch Ergänzung ihrer eigenen Produktpalette über ein maßgeschneidertes Produkt- und Dienstleistungsangebot der Bank, wie z. B. im Bereich der Kapitalmarktprodukte, im internationalen Geschäft, im Firmenkunden-, Immobilien- und Fördergeschäft, im Zahlungsverkehr sowie im Geschäft mit Sorten und Edelmetallen. Mit diesen Produkten und Dienstleistungen komplettieren die Sparkassen ihr Angebot für die eigenen Kunden und erweitern zugleich ihre Ertragsmöglichkeiten. Vorteile für die BayernLB liegen neben der Bedeutung der Sparkassen als stabiler Fundinggeber zur Refinanzierung insbesondere im Zugang zu einer erweiterten Kundenbasis für den Absatz von BayernLB-Produkten.

Die Zusammenarbeit mit den Sparkassen wird durch eine engere Verzahnung der Planungsprozesse sowie eine verstärkte gemeinsame Marktbearbeitung weiter intensiviert.

Öffentliche Hand und Kommunalkunden Bayern

Im Bereich Sparkassen/Verbund ist zudem die Steuerung der wesentlichen Geschäftsaktivitäten der BayernLB mit der öffentlichen Hand sowie den bayerischen Kommunalkunden konzentriert. Neben der Hausbankfunktion für den Freistaat Bayern und seine Einrichtungen werden dabei – neben selektiven Aktivitäten auf bundesweiter Ebene – schwerpunktmäßig kommunale Kunden im Kernmarkt Bayern betreut. Ferner finden hier öffentliche Institutionen, wie Sozialversicherungen, Versorgungswerke, Kirchen und Stiftungen, ihren zentralen Ansprechpartner im Konzern.

Die BayernLB bietet ihren Kunden hier – abgesehen vom klassischen Staats- und Kommunalkredit für bayerische Gebietskörperschaften, welcher innerhalb der BayernLB in der Förderbank BayernLabo gebündelt ist – vielfältige Finanzierungsmöglichkeiten durch Kredit- und Leasingstrukturen und ist kompetenter Finanzierungspartner bei Public Private Partnership Projekten sowie im Bereich Erneuerbare Energien.

Über das Finanzierungsangebot hinaus unterstützt die Bank ihre Kunden der öffentlichen Hand mit Produkten zur Steuerung der Liquidität (Zahlungsverkehr, Cash Management), mit Fonds- und Stiftungslösungen, Dienstleistungen im Bereich Immobilien sowie in Zusammenarbeit mit dem Geschäftsfeld Markets mit Dienstleistungen und Produkten zur Optimierung von Geld- und Kapitalanlagen bzw. zur Absicherung von Risiken.

BayernLabo

Die BayernLabo fungiert, als rechtlich unselbstständige Anstalt des öffentlichen Rechts innerhalb der BayernLB, als Förderinstitut und Organ der staatlichen Wohnungspolitik für die Wohnraumförderung im Freistaat Bayern. Im Rahmen des Fördergeschäfts reicht sie Treuhanddarlehen und staatlich verbürgte Eigenmitteldarlehen aus und handelt dabei wettbewerbsneutral im öffentlichen Auftrag. Der in staatlichen Förderrichtlinien festgelegte Kundenkreis fokussiert sich auf Privatkunden und juristische Personen, die Wohnraum in Bayern schaffen bzw. modernisieren. Als Kommunalbank des Freistaats Bayern unterstützt die BayernLB (über die BayernLabo) bayerische Gebietskörperschaften und öffentlich-rechtliche Zweckverbände mit zinsgünstigen Kapitalmarkt- und/oder Förderkrediten bei der Erfüllung ihrer öffentlichen Aufgaben; ferner finanziert sie im Staatskreditgeschäft den Freistaat mit passgenauen Schuldscheindarlehen.

Markets

Das Geschäftsfeld Markets ist innerhalb der BayernLB weltweit zuständig für das Geschäft mit Kapitalmarkt- und Treasury-Produkten, wobei die Aktivitäten in erster Linie auf die Bedürfnisse aus dem kundeninduzierten Geschäft ausgerichtet sind. In diesem Rahmen treten die Produktbereiche des Geschäftsfelds (Treasury Products und Capital Markets), dem Cross-Sell-Gedanken folgend, als Produktlieferant für andere Kundengeschäftsfelder auf. Das Angebot reicht von Anlageprodukten über Kapitalmarktfinanzierungen bis hin zu Risikoabsicherungen und OTC Derivate Clearing.

Bereits seit Juli 2009 erfolgt die ganzheitliche Betreuung von Finanzinstitutionen in allen Fragen des Aktiv- und Passivgeschäfts im Geschäftsfeld Markets. Eine spezielle Relationship-Einheit für diese Kundengruppe übernimmt die Betreuung von Banken weltweit sowie von institutionellen Geschäftspartnern, wie Versicherungen und Investmentgesellschaften, mit dem Fokus auf Europa. Hintergrund ist die seit der Finanzkrise laufende Neuausrichtung der BayernLB, weg vom kreditgetriebenen Geschäft hin zum Markets-Produktgeschäft. Das Geschäft mit Finanzinstitutionen unterstützt zudem insbesondere die Beziehungen der BayernLB zu ihren Corporates- und Mittelstandskunden in Hinblick auf Trade Finance oder ECA-gedecktes Geschäft und trägt zu dessen Ausweitung bei.

Die Tochtergesellschaft BayernInvest Kapitalanlagegesellschaft mbH fungiert in Ergänzung des Produktspektrums als Kompetenzzentrum für institutionelles Asset Management innerhalb des BayernLB-Konzerns.

Das ebenfalls in diesem Geschäftsfeld angesiedelte Group Treasury verantwortet die Steuerung des Bankbuchs als auch die Steuerung der BayernLB-Gruppe in Hinblick auf Liquidität, Zinsrisiko und bilanziellem FX-Risiko.

Fokussiertes Geschäftsmodell
Das Kerngeschäft wird von vier Säulen getragen

 

Weiterentwicklung der BayernLB

Bereits 2009, d. h. schon weit vor Abschluss des EU-Verfahrens, hatte die BayernLB ein weitreichendes Restrukturierungsprogramm initiiert. Nachdem der Vorstand in den vergangenen Jahren vor allen Dingen den geschäftsstrategischen Wandel von der „alten“ Landesbank hin zur neuen Kundenbank vorangetrieben hat, fällt der Blick nun verstärkt auf Potenziale zur Verbesserung der Effizienz und der Prozesse, was für einen nachhaltigen Abschluss des Restrukturierungsverfahrens sowie für die Zukunftssicherung der BayernLB unabdingbar ist.

In einem ersten Schritt wurden hierzu die zuvor auf mehrere Vorstandsressorts aufgeteilten „Unterstützungsfunktionen“ in einer Querschnittsaufgabe gebündelt und im Rahmen der organisatorischen Neuaufstellung zum 1. November 2012 die neue Funktion des Chief Operating Officer (COO) mit eigenem Vorstandsressort (Operating Office) geschaffen. Innerhalb des Operating Office übernimmt der im Dezember 2012 gegründete Bereich Organisationsentwicklung die Kernaufgabe, die Bank und ihre Betriebsabläufe noch intensiver auf eine Kundenfokussierung auszurichten und eine ressortübergreifende Überprüfung der bestehenden Arbeits- und Produktionsprozesse durchzuführen. Neben der Optimierung der Kernprozesse wird mit dem Ziel der Kostensenkung auch eine gezielte und zentralisierte Investitions- und Projektsteuerung initiiert. Die Trennung der Aktivitäten der BayernLB in Kern- und Nicht-Kerngeschäft sowie die modifizierte Kundenausrichtung im internationalen Geschäft erfordern aufbau- und ablauforganisatorische Anpassungen, welche die Bank im Laufe des nächsten Jahres vornehmen muss.

Die Ansiedlung des Bereichs Organisationsentwicklung in Nachbarschaft der Bereiche Personal, IT und Back Office in einem Vorstandsressort geben dem COO die Möglichkeit sämtliche Ressourcen optimal auf die zukünftige BayernLB auszurichten.

Fortsetzung der erfolgreichen Abbaubemühungen

Neben vorgenannten Strukturmaßnahmen setzt die BayernLB ihre geplante und bereits ein gutes Stück vorangeschrittene Verkleinerung, u. a. durch die Veräußerungen weiterer Beteiligungen, fort. Die Abgabe der LBS Bayern an die bayerischen Sparkassen erfolgte zum Jahresende 2012. Den Verkaufsprozess für die Anteile an der Wohnungsbaugesellschaft GBW AG startete die BayernLB Mitte Oktober 2012, im Rahmen dessen zahlreiche Unternehmen aus dem In- und Ausland ihr Interesse am Erwerb bekundeten, sodass derzeit von einem Abschluss der Transaktion im Frühjahr 2013 (Signing) ausgegangen werden kann. Im Januar 2013 trennte sich die Bank zudem von ihren Anteilen an der Deutschen Lufthansa AG und leitete den Veräußerungsprozess für ihre Tochtergesellschaft in Luxemburg (LBLux) ein. Die Bereinigung des Beteiligungsportfolios wird im weiteren Verlauf des Jahres 2013 fortgesetzt; gleiches gilt für die bereits laufenden Maßnahmen zur Restrukturierung der Tochtergesellschaft MKB Bank Zrt. in Ungarn.

Im Zuge einer Neusegmentierung – mit klarer Trennung zwischen Kern- und Nicht-Kerngeschäftssegmenten – bildet die BayernLB ihr neues, auf dem EU-Entscheid fußendes Geschäftsmodell seit 1. Januar 2013 durchgängig sowohl organisatorisch als auch in ihrer externen Berichterstattung entsprechend ab. Die DKB wurde aus dem bisherigen Segment Corporates, Mittelstand & Privatkunden herausgelöst und wird nun als eigenes Segment gezeigt, was die bedeutende Rolle der DKB innerhalb des BayernLB-Konzerns unterstreicht. Die Bank wird in ihrer Berichterstattung als auch in ihrer organisatorischen Aufstellung vollständig diejenigen Geschäftsaktivitäten abgrenzen, die im Zuge der weiteren Neuausrichtung eingestellt oder veräußert werden sollen.

Die Bank setzt hierbei auf der bereits seit Mitte 2009 bestehenden internen Restructuring Unit (RU) auf, in welcher bereits eine Vielzahl von Nicht-Kernkredit- und Wertpapierportfolios gebündelt sind und deren Abbau seitdem erfolgreich vorangetrieben wurde. Hierzu zählen auch Geschäfte, die zwar angemessene Renditen erwirtschaften, aber nicht mehr zur neuen Ausrichtung der Bank passen. Die bisherige RU wird in dem neuen Segment Nicht-Kerngeschäft – Non Core Unit (NCU) aufgehen. Zu diesem Segment gehören seit 1. Januar 2013 auch alle Beteiligungen, von denen sich die BayernLB entsprechend der EU-Verpflichtungen trennen muss sowie weitere Geschäftsaktivitäten, die durchaus werthaltig sind, aber auf Grund der EU-Entscheidung nicht dauerhaft fortgeführt werden können.